Praktikum auf Gut Bickenried    

 

Im August befand sich unser Mitbruder Frt. Robert Farago MSC auf Sommerpraktikum in der Fazenda da Esperanca (Gut Bickenried) in Irsee (Nähe Kaufbeuren). Eine Fazenda ist ein Hof der Hoffnung, welcher Jugendlichen und Erwachsenen einen Weg aus der Sucht zeigt. Dort haben sie die Möglichkeit, eine echte Alternative für ihr bisheriges Leben zu entdecken und ihre eigene Freiheit wiederzugewinnen. Mit der Chance zu einem Neuanfang können sie so von Drogen-, Alkohol-, Ess-, Spiel- und / oder Computersucht etc. frei werden.
Im Jahr 1983 begann die Entstehung und Ausbreitung in Brasilien und die Fazendas da Esperanca sind heute in zahlreichen Ländern der Erde vertreten. Das Charisma gründet sich auf die franziskanische Spiritualität und die Spiritualität der Einheit (Fokular-Bewegung). Die Familie der Hoffnung ist die geistliche Gemeinschaft, die als Träger alle Fazendas da Esperanca international unterstützt und im Jahr 2010 von der Katholischen Kirche offiziell anerkannt wurde.
Die drei Säulen einer Fazenda sind Spiritualität, Arbeit und Gemeinschaft. Die Bewohner richten ihren Alltag an den Worten des Evangeliums aus. Man einigt sich auf ein gemeinsames Motto und bemüht sich, dieses während des Tages miteinander ins Leben umzusetzen. Wöchentlich wird in der Gruppe über diese Erfahrungen reflektiert, was auch Austausch des Wortes genannt wird. Durch die Arbeit erhalten die Bewohner eine Tagesstruktur und helfen nach ihren Möglichkeiten mit, den Lebensunterhalt zu erwirtschaften. So versorgen sich so weit wie möglich selbst durch kochen, waschen, arbeiten mit im Haus, Hof, Stall, Garten und tätigen Auftragsarbeiten. Trotzdem bleibt eine Fazenda auch auf Geld- oder Sachspenden angewiesen. Jeder Bewohner trägt und unterstützt die Gemeinschaft mit seinen individuellen Fähigkeiten und der Persönlichkeit. Sie wohnen in Mehrbettzimmern zusammen, teilen ihr Leben gemeinsam durch die Arbeit, Sport und Freizeitaktivitäten, getragen vom gemeinsamen Gebet. Einmal wöchentlich erzählen sie über ihre Gemeinschaftserfahrungen, was auch Austausch der Seele genannt wird.

Unser Mitbruder Frt. Robert wohnte und arbeitete mit den Bewohnern auf der Fazenda da Esperanca in Gut Bickenried. Er konnte dabei Erfahrungen bei der Mithilfe im handwerklichen und hauswirtschaftlichen Bereich, sowie auch im Garten sammeln. Später übernahm er auch Verantwortung in der Küche und bei der Vorbereitung der Liturgie. Besonders gefielen ihm die wöchentlichen Austauschrunden der Seele und des Wortes. Hier hieß z. B. ein länger prägendes Motto: „jeden Tag neu anfangen und verzeihen können“. In der Gemeinschaft machten ihn die Gespräche mit den Bewohner, der Sport (Volleyball und Schwimmen) und die Spielabende viel Freude. Für Frt. Robert war das Praktikum einerseits herausfordernd und gab ihm anderseits auch einen großen Erfahrungsschatz für seinen weiteren Weg als Ordensmann mit.

 
       
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