Rebdorfer Advent    

Chor und Blasorchester unter der Leitung von Wolfgang Mühldorfer

Rebdorfer Bläserchor unter Harald Eckert

 

Veni Emmanuel – Komm, Emmanuel! Mit diesem vertrauten lateinischen Choral in der Bearbeitung für Bläser von James L. Hosay begann in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer der traditionelle Rebdorfer Advent: zunächst verhaltene, dann herbe, mächtige Klänge fern jeglicher vorweihnachtlich-süßen Romantik, ein Zusammenwirken von Bubenchor sowie Blasorchester der Maria-Ward-Schule und der Knabenrealschule unter der Leitung von Konrektor Wolfgang Mühldorfer.

Das Motto nahm Pfarrer P. Michael Huber auf. Er wies auf das Wort des Kirchenpatrons: dem Herrn die Wege zu bereiten, „damit er bei uns ankommen“ könne.

Dann aber – unaufdringlich, nicht herrschaftlich auftrumpfend! - ein „Festlicher Aufzug“ und ein Wechselspiel, das Allegro Nr. 20, beide aus Kloster Weyarn als Satz von Hubert Meixner, dargeboten vom Bläserchor der Knabenrealschule unter Harald Eckert; später auch noch der „Marche“ aus Erl, eine imponierend rhythmische alpenländische Musik. 

Adventlich, durchaus zeitgemäß an der Orgel: „Nun komm der Heiden Heiland“ und später auch Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. So spielt Rudolf Pscherer, sonst daheim auf der Orgelbank der himmlisch-barocken Schutzengelkirche, hier dagegen mit protestantisch-deutschem Ernst die berühmten Bach-Choräle.

Andersartig wiederum das Eichstätter Brastett: Feierlich stellen die Instrumentalisten Strophen des fast schon schwermütigen englischen Liedes „Abide with me“ - Bleibe bei mir, Herr! - von William Monk in immer neuen Variationen vor; ebenso professionell, freilich in fröhlicher Weise das bekannte französische Weihnachtslied von der Geburt des göttlichen Sohnes „Il est ne, le divin enfant“; und später das adventliche Lied aus dem 24. Psalm „Hoch tut euch auf, ihre Tore der Welt” von Gluck; andächtig-weich dann die russische Weise „Schlaf, mein Kindlein”.

Wie die Fanfaren für den König spielen die Ehemaligen Rebdorfer Bläser Händels Siegesmarsch aus „Judas Makkabaeus“. Ganz anders dagegen „Ihr Hirten lauft nach Bethlehem” aus der Steiermark, eine stille bukolische Weise des Advents.

Vom adventlichen Kirchenpatron Johannes spricht Religionslehrer Andreas Völker, vom Täufer im Gefängnis, der wie seine jüdischen Zeitgenossen den strengen Richter erwartet, dann aber erkennen muss, dass der Erlöser den Armen die befreiende Frohe Botschaft verkündet.

„Den Frieden, den die Welt nicht gibt, kann nur der Schöpfer geben“ singt der Chor der Knabenrealschule unter Dr. Christofer Schweisthal, begleitet am Klavier von Ulrich Redl, ein zartes Lied der Wolgadeutschen. Recht lieb tragen es die Buben vor; darauf ebenso volkstümlich „Aus einer schönen Rose“, einen schlichten bayrischen Satz von Erich Sepp, der das Bild aus dem Alten Testaments vom Reis aus der Wurzel Jesse aufnimmt.

Dass der Abend der Besinnung dient, signalisiert auch das lateinische Wort „Mentis“ – so die kleine Adventsfantasie von Thiemo Kraas: In ihr klingt die Melodie von „Macht hoch die Tür“ und des anmutig-bildhaften Eichsfelder Liedes „Maria durch ein´ Dornwald ging“ auf. Der Hörer freut sich über den Klang der vielstimmigen Interpretation, in dem auch die Holzbläser – früher in Rebdorf doch sehr vermisst! - zu ihrem Recht kommen.

Das großartige „Tollite hostias“ aus dem Oratorio de Noel von Camille de Saint-Saens beendet oft in weihnachtlichen Konzerten die Darbietungen: Die Hörer mögen sich daran erinnern, dass es gilt, nach Vorbild der Hirten und Könige Geschenke zu bringen.  Feierlich-getragen spielten es die Ehemaligen Rebdorfer Bläser vor dem eigentlichen Schluss.

Es folgte „La Nuit des Cloches“ - Die Nacht der Glocken, in der das kleine göttliche Kind bei Ochs und Esel geboren ist: eine französische Weihnachtsfantasie von Michael Carros, in der die verschiedenen Stimmen der Instrumente die Weihnachtsglocken erklingen ließen.

Herzlicher Beifall belohnte die Musiker; und diese luden darauf die Gäste zu einer Bewirtung in den Kreuzgang.

Bilder und Text: Gregor M. Senge

 
       
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