Chevaliertag 2014    

Im Speisesaal hörten die Mitbrüder aufmerksam Frt. Norbert zu.

Während der Mittagspause berichtete P. Marko über die vielfältigen Aktivitäten des entstehenden Freundeskreises in Kroatien.

Am Nachmittag ging Frt. Norbert auf die vielen Fragen der Mitbrüder zu seinem Vortrag ein.

Zum Abschluss stand P. Andreas Steiner der Vesper in der Hauskapelle vor.

 

Zum jährilchen Treffen anlässlich des Todestages unseres Gründers P. Jules Chevalier kamen etwa 30 Mitbrüder nach Innsbruck.

Schwerpunkt an diesem Tag war der Vortrag unseres Mitbruders P. Dr. Norbert Rutschmann über "unbewusste Gottesbilder. Zusammenfassend schreibt er dazu:

„ .... über das Herz“

P. Chevalier gibt uns als Herz-Jesu-Missionaren eine große Aufgabe vor, wenn er 1891 schreibt: „Der Sinn des Noviziats besteht in der völligen Umgestaltung des inneren Menschen.“ Dies setzt die Erfahrung voraus, dass unsere Herzen in der Regel nicht dem entsprechen, das von jemandem erwartet werden muss, der „Herz Gottes auf Erden“ sein soll. Warum dem so ist, versuchte sich der Referent von Seiten der Lebensgeschichte und des Unbewussten her zu nähern.

Chronischen Traumatisierungen in der Lebensgeschichte führen oft schon früh dazu, dass sich das Herz eines Menschen verschließt und sich langanhaltende (passive) Schutzmechanismen zulegt: Traumatisierungen durch Erfahrungen von nicht erwünscht sein, chron. Verunsicherungen und Entwertungen, Gewalt, Ohnmacht, Verrat, Betrug, Lügen etc. innerhalb der wichtigen Bindungen oder durch entsprechende negative Erfahrungen der frühen Bezugspersonen, die das Kind früh identifikatorisch übernimmt. Diese Traumatisierungen werden zusammen mit den dazugehörigen Gefühlen und (Pseudo-) Lösungsmechanismen im Unbewussten gespeichert und treten immer dann störend zu Tage, wenn es zu Regressionstendenzen im Rahmen von Krisen oder bedeutsamen Beziehungen kommt. Nicht nur, dass diese Abwehrmechanismen und die Unterdrückung der Gefühle und Konflikte eine immense Energie verbrauchen (z.B. deutlich in der „Müdigkeit“ des Depressiven, im Burn-out). Sie verhindern je nach Ausprägung auch gelingende Beziehungen im Erwachsenenalter – zu Gott und den Menschen, weil sie sich wie Schwarzfilter vor das Bild des Gegenübers legen und dessen reales Bild verdunkeln, manchmal bis zur nicht mehr Wahrnehmbarkeit. Auf menschlicher oder spiritueller Ebene kommt es dadurch zu Dauerkrisen oder zum Beziehungsabbruch. Spirituell nennt man das dann Glaubenszweifel, oder es kommt zur Aufgabe des Glaubens, zur Abkehr von Gott und der Suche nach einem tragenden Sinn außerhalb der Liebe Gottes.

In Psychotherapie oder Exerzitien/geistlicher Begleitung (je nach Intensität der Traumatisierung) ist es möglich, diese Schwarzfilter durch Aufdeckung der Lebensgeschichte und der unbewussten Gottesbilder zu entfernen und sowohl in menschlichen Beziehungen, als auch in der Beziehung zu Gott zum wahren Gegenüber durchzudringen. Auf spiritueller Ebene zum Gott Jesu Christi, der bis dato zwar rational erkannt war, aber durch die Dominanz des Unbewussten im Handeln und der Erfahrung immer wieder mehr den negativen Seiten und Bildern der frühen Bezugspersonen entsprach, als dem biblischen Gott. Dass dann aus den Hindernissen des Lebens und der Gottesbeziehung oft die größten Gaben werden, dass Gott daraus Mittel zum Ziel, zum Heil des Menschen machen kann, hat P. Chevalier am eigenen Leib erlebt, nach wie vor die beste Voraussetzung für wichtige Erfahrungen.

 

Frt. Dr. Norbert Rutschmann bei seinem Vortrag.

 

 

 
       
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